Spezialisierung und Integration

Ein Beitrag von Michael Beier michaelbeier.org

“Kürzlich ist im International Journal of Entrepreneurial Venturing (IJEV) ein Artikel von Thorsten Semrau (Universität zu Köln) und mir zur Netzwerkentwicklung bei Startups erschienen. In der darin beschriebenen Untersuchung haben wir nachweisen können, dass Startups wesentlich flexibler und schneller ihre sozialen Netzwerke aus Partnern und Unterstützern entwickeln können, wenn sie zwei Bedingungen erfüllen:

(1) Einzelne Teammitglieder konzentrieren sich auf den Aufbau und die Pflege von Beziehungen zu jeweils einer konkreten Partnergruppe (Spezialisierung). So könnte sich z.B. je ein Teammitglied um Geldgeber, eins um Vertriebspartner und eins um Entwicklungskooperationen kümmern.

(2) Die einzelnen Teammitglieder tauschen sich aber auch regelmässig hinreichend intensiv miteinander über ihre jeweiligen Netzwerkaktivitäten aus (Integration).

Nur eine der beiden Komponenten zu erfüllen, reicht dagegen nicht aus für den nachgewiesenen positiven Effekt. Damit konnten wir ein bekanntes Grundmuster der Organisation auch im Beziehungsmanagement bei Startups nachweisen: Spezialisierung führt zu effektiverer und effizienterer Leistungserbringung, aber nur (vollumfänglich) bei hinreichender Integration. Die Ergebnisse der Untersuchung helfen Startups zum einen dabei, ihre sozialen Netzwerke schneller aufzubauen. Zum anderen ermöglichen diese ihnen aber auch, ihre sozialen Netzwerke besser an die sich ständig ändernden Anforderungen im Verlauf ihrer Unternehmensentwicklung anzupassen.”

Diese Ergebnisse zeigen schön, auf welche Aufgaben sich das Corporate Performance Management konzentrieren sollte. Der wissenstechnologische Ansatz unseres INKOBA ®TEAMbook Systemlösung berücksichtigt in besonderer Art und Weise den Umgang mit Wissen und Information, um den beschriebenen Bedingungen möglichst gerecht zu werden. Im TEAMbook werden entsprechende Werkzeuge für geeignete Methoden angeboten.

 

Zusammenfassung

Wissenstechnologie ist Konzept und Lehre für den meisterlichen Umgang mit Information und Wissen. Es/sie umfasst GEDANKEN, WERTE, WISSEN, SCHRIFTGUT, ELEKTRONISCHE MEDIEN sowie bildende und darstellende KUNST. Es/sie integriert das Konzept “Embodiment” – hier im Sinne der Verkörperung von Informationen und Wissen im Naturell der Menschen ebenso wie in Konstruktionen technischer Systeme. Wissenstechnologie unterscheidet Micro-, Meso-, Macro- und Mundo-Kontexte.

 

Das Internet macht Informationen und Wissen fast überall, für fast alle und fast frei zugänglich, was über kurz oder lang das Wissensgefälle ebnet. Schon heute wird für Information und Wissen eher nichts bezahlt, jedoch für den meisterlichen Umgang damit. Aus diesem Grund gewinnt Wissenstechnologie – die übrigens keine Erfindung der Neuzeit ist – immer mehr an Bedeutung. Das klassische Wissensmanagement tritt dabei in den Hintergrund.

 

Übergeordnetes ZIEL dieser Schule ist es, nachhaltige und überlegene Professionalität im Handeln, Denken und Lernen zu erreichen. Das vordergründige Ziel jedoch besteht in der Schaffung und im selbstverständlichen Gebrauch von tauglichen Modellen, Methoden und Werkzeugen für den meisterlichen, d. h. kontextgeordneten Umgang mit Information und Wissen.

 

Mit wachsender gesellschaftlicher und technischer Vernetzung wächst auch der Wert und die Bedeutung hinsichtlich des meisterlichen Umgangs mit Informationen und Wissen. Wissenstechnologie kann helfen, aktuelle Problem besser zu bewältigen. So zum Beispiel durch Vermeidung  unverträglicher Arbeitsdichte und damit verbundenen Risiken auf der Entscheidungs- und Handlungsebene.

 

INKOBA® TEAMbook Applikationen sind Produkte, die aus der konsequenten Anwendung der Lehre und Umsetzung von Konzepten der INKOBA® Wissenstechnologie hervorgehen. Sie wirken je nach ihrer Ausstattung und entsprechend der Gestaltung einzelner Komponenten kontextorientiert und zielführend auf der persönlichen und/oder kollektiven Handlungs- und Entscheidungsebene.

In Erinnerung an Peter Kruse

Quelle und Hintergrund

Prof.  Dr. Peter Kruse – Studie: Wandel der Arbeitswelt 

Mit Betroffenheit habe auch ich heute erfahren, dass Prof. Dr. Peter Kruse am 1. Juni 2015 im Alter von 60 Jahren verstorben ist. Peter Kruse war unter anderem viele Jahre als Wissenschaftler auf der Schnittfläche von Neurophysiologie und Experimentalpsychologie tätig. Seit 1995 wirkte er hauptsächlich als Unternehmensberater mit der Intension komplexe Zusammenhänge zu verstehen und kollektive Intelligenz zu nutzen. In diesem Sinne war er ein systemisch denkender Mensch, der die Messung kultureller Kraftfelder als eine wichtige Grundlage für die Reflexion bezüglich Wandel der Arbeitswelt und Corporate Performance Management legte.

In Vorträgen machte er zum Beispiel deutlich:

  • dass Menschen sich auf Basis intuitiv erfasster kultureller Kraftfelder orientieren und synchronisieren,
  • wie sich durch soziale Netzwerke und das Internet Verschiebung der Marktmacht von der Seite des Anbieter zu der des Nachfragers entwickeln und
  • in welche neuen Entscheidungszwänge Politiker und Unternehmer auf Grund von bereits jetzt nachweisbaren Veränderungen im kulturellen Kraftfeld kommen.

Er beschreibt Lösungswege, die einen Dialog erfordern, der die Erschließung von kollektiver Intelligenz bewirken kann.

Rückblickend auf sein Schaffen, kann ich heute sagen, dass das hier im Blog vorgestellte Konzept vom INKOBA ® Enterprise TEAMbook eine Systemlösung ist, die auch dazu beiträgt, das von ihm verständlich gemachte systemische Denken zur Anwendung zu bringen, weil es

  • dem Management eine Brücke zum notwendigen Dialog mit Kunden und Mitarbeitenden baut,
  • ein technische Grundlage für die Umsetzung eines internen Social Media Konzept bietet,
  • ein flexibles Werkzeug für Corporate Performance Management ist und für Unterstützung und Begleitung im Wandlungsprozess sorgen kann,
  • rollen-, stellen- und typgerechte Anwendungen hervorbringt, die Integrations-, Kommunikations- und Transferprozesse und die Arbeit in vernetzten Teams unterstützen können und weil es
  • Informations-, Lern- und Arbeitssystem in einem ist

Kurz ein Werkzeug und Systemlösung zur Erschließung und Nutzung von kollektiver Intelligenz als Antwort auf Fragen im Wandel der Arbeitswelt.