Menschbetrachtung (1)

Absicht

Diesen Beitrag  und folgende schreibe ich mit der Absicht, die Aufmerksamkeit des interessierten Lesers auf die Frage zu lenken, wie er selbst sein Gegenüber sieht. Beleuchtet werden dabei zwei übliche Sichtweisen, die selbstverständlich in der realen Welt, in der reinen Form   n i c h t    oder nur sehr    s e l t e n    vorkommen.

  • Sichtweise A: Ein Gegenüber wird als Subjekt/Persönlichkeit,
  • Sichtweise B: Ein Gegenüber wird als Objekt/Stelleninhaber gesehen.

Kurz: Es geht darum, für eine Unternehmens- oder Projektorganisation rechtzeitig Risiken und Chancen aus der Bindung zu einer konkreten Personen (Mitarbeiter, Lieferant, Kunde, Dienstleister usw.) zu erkennen.

Vorbemerkungen und Hintergrund

Abgeleitet von den vier Erkenntnissystemen aus der Persönlichkeitstheorie von Julius Kuhl könnte man annehmen, dass jeder von uns mehr oder weniger über vier grundlegende persönliche (subjektive) Neigungen/Potenziale verfügt. Diese sind dann

  1. Absichtsbildung – Potenzial für Orientierung und Planung
  2. Wissensbildung – Potenzial für Bildung und Kultur
  3. Detailerkennung – Potenzial für Wahrnehmung und Achtsamkeit
  4. Mehrwertbildung – Potenzial für Gestaltung und Leistung

Absichtsbildung entsteht auf Grund von auftauchenden Gefühlen, Bildern oder Gedanken ebenso wie auf Grund von Traditionen, Wissen, Haltungen, Überzeugungen .

Wissensbildung (integriert sei auch der Begriff “Herzensbildung”) meint hier die Entstehung von impliziten, an die Persönlichkeit/Person geknüpftes Wissensgut in einfacher und sehr komplexer Form, das als solches auch zurückliegende Gefühle, Bilder und Gedanken umfasst und damit die Basis für die meisten unserer Handlungs- und Entscheidungsfälle darstellt.

Detailerkennung meint hier die achtsame Wahrnehmung von Objekten und Veränderungen mit einer speziellen abgegrenzten Sichtweise, die für den Moment keinen komplizierten oder gar komplexen Betrachtungen mit Bezug zu anderen Dingen erlaubt.

Mehrwertbildung meint hier die Generierung oder Lieferung von persönlichen Ergebnissen eines Menschen, die auf Grund seines Lernens, Denkens, Entscheidens und Handelns einen Mehrwert gegenüber einer vorherigen Einschätzung darstellen.

Anmerkung

Mit dieser Gliederung der subjektiven Neigungen/Potenziale rückt der Begriff “Wissenstechnologie” und seine Bedeutung mehr in den Vordergrund. Er macht deutlich, dass eine Lehre/Methode  zum Umgang mit Information und Wissen einen hohen Anteil an der Entfaltung, Anpassung und Optimierung  der gegebenen Neigungen/Potenziale hat.  Wird der offene und kritische Umgang mit Information und Wissen vernachlässigt,  so meine persönlichen Beobachtungen, kann es beispielsweise vorkommen, dass

  • Blockaden für die (Potenzial-)Entfaltung auftreten,
  • Einsichten für die (Lebens-)Anpassung ausbleiben
  • Wissen/Haltung  für (Fall-)Optimierungen nicht erschlossen/gebildet wird.
Schlussfolgerungen
  1. Ein offener und kritischer Umgang mit Information und Wissen ist wichtig, wenn es darum geht, rechtzeitig Risiken und Chancen aus geschäftlichen Bindungen zu erkennen.
  2. Differenziertes Wissen über die persönlichen Neigungen und Potenziale der in geschäftlichen Bindungen agierenden Menschen  bzw. Teams kann Risiken vermeiden und Chancen für die Umsetzung strategischer Richtlinien besser erkennen lassen.

In den nächsten Beiträgen sollen – immer unter dem Aspekt von Teambildung (Team Bildung) und im Sinne von Unterstützung und Begleitung – aus der Gegenüberstellung dieser Sichtweisen Anregungen zur Reflexion zu diesem Thema gegeben werden.

Kommentare und Erfahrungsbeispiele sind willkommen und werden hier gern veröffentlicht!

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